Der seltsame Herr Zwanziger
Erster Teil
Man sagt von mir ich sei etwas seltsam, komisch und so gar nicht normal. die nachbarn sagen das von mir, die ganze straße und
der rest der welt mit sicherheit sowieso. dessen bin ich mir bewusst. das habe ich für mich nie so empfunden;
nein, eher waren mir meine gegenüber nicht ganz geheuer. irgendwann habe ich mich, natürlich in der gewissheit, dass dem
nicht so sei, darauf berufen etwas seltsam zu sein. als ich eines tages wieder in gedanken versunken auf meinen arbeitgeber
zu mir selbst schimpfte, traf es mich wie ein blitz. nun hatte ich es. augenblicklich unterbrach ich mein gebrabbel, denn
ich hatte die erkenntniss, wie mit einer pfanne einen schlag, sagen wir, erhalten, dass die, die von sich behaupten seltsam
zu sein, im denken die ethisch richtigsten wege gehen, jedoch schlichtweg anpassungsprobleme mit ihrer ungesunden umwelt
haben. einerseits erfüllte mich diese erkenntniss mit soetwas wie stolz und ein grinsen malte sich in mein gesicht.
andererseits, meine lippen fielen augenblicklich wieder in ihre lethargische starre, ich sei ein wenig, oder gänzlich
gar nicht, in der Lage, mich an meine umwelt anzupassen. unglaublich. ich war empört. den rest des tages verbrachte ich damit mich in mein wohnzimmer ein zu schließen, für niemanden zu sprechen zu sein und überhaupt nicht da zu sein. langsam aber
sicher betrank ich mich mit allerlei bier und wein, worüber sich meine empörung legte und ich, einen aus meiner sicht,
absolut sinnigen plan fasste. Ich müsse einfach die welt der anderen in meine umkehren oder wenigstens umgekehrt. wie das
zu schaffen sei war mir auch nicht klar, überlegungen diesbezüglich wollte ich aufschieben bis dass mein kopf wieder die
welt klarer sieht.
eine verschwörung muss her
der nächste morgen erfasste mich mit harter hand. irgendwie ein schönes gefühl, wenn man so schmerzlich daran erinnert wird
lebendig zu sein.
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